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Archiv – Biografien

KZ Neuengamme

invisible

Denise Antoinette Tourtay ist am 21.07.1922 in Fes, Marokko geboren. In Marokko verbrachte Sie ihre ersten Jahre und ging auf das Mädchengymnasium „Lycée Gouraud de Rabat“ in Rabat. Daraufhin beendete Sie ihre Sekundarschulzeit in der Mathematikklasse des Gouraud – Gymnasiums. Sie studierte anschließend an der wissenschaftlichen Fakultät in Grenoble und war noch keine 21 Jahre alt, als sie im Juni 1943 den Titel „Licenciée Es-sciences“ (Lizentiat der Wissenschaften) erhielt. Die letzte bekannte Adresse war in Frankreich „Foyer de l’Etudiante, Rue du Vieux Temple – Grenoble (Isère).
Im Jahre 1943 wollte sie wieder nach Marokko zu ihrer Mutter ziehen. Ob ihre Mutter selbst Marokkanerin oder Französin ist, bleibt noch unklar.
Um ihr Ziel zu erreichen, wollte sie die Grenze in den Pyrenäen überqueren, dabei tat sie sich mit drei jungen Student*innen zusammen, die gerade in die afrikanische Armee eingetreten waren.
Sie wählten für ihren Übergang die Pässe der Haute Garonne. Denise und einer der Student*innen hatten es bereits geschafft, die Grenze zu überqueren und waren in Sicherheit, als sie bemerkten, dass ihre beiden Kameraden verhaftet worden waren. „Aus Solidarität“, schreibt eine ihrer Mitgefangenen, „lieferte sie sich aus, um, wie sie dachte, die Befreiung ihrer beiden Kameraden zu erreichen“. Zweifellos hatte Denise, die sehr gut Spanisch sprach, auch versucht, sich für ihre Kameraden einzusetzen. Sie wurde jedoch von den Deutschen im Juni 1943 verhaftet und zunächst in Luchon und dann in Toulouse inhaftiert. Das Studentenheim in Grenoble, explizit Frau Wwe Emile, hatte am 26.01.1944 versucht an mehr Informationen über Denise zu gelangen. Aus staatspolizeilichen Gründen wurden mehr Informationen verweigert.
Während ihrer Haftzeit sagte ein deutscher Offizier zu Denise, als sie sich um eine kranke Kameradin kümmerte, dass sie in Deutschland eine gute Krankenschwester werden könnte. In ihrem französischen Eifer verletzt, bäumte sich Denise auf und erwiderte, dass sie lieber sterben würde, als Deutsche zu pflegen. Ihre Antwort führte dazu, dass sie kurz darauf in das Fort Romainville in der Nähe von Paris verlegt wurde.
Dort kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein deutscher Offizier erfuhr, dass sie einen Abschluss in Naturwissenschaften hatte, und schlug ihr vor, dass sie in deutschen Laboratorien gute Dienste leisten könnte, und Denise antwortete trotz der sich abzeichnenden Bedrohung genauso wie in Toulouse.
Am 29. August 1943, zwei Monate nach ihrer Verhaftung, wurde Denise Tourtay ins KZ Ravensbrück deportiert. Ein kleiner, von ihr weggeworfener Zettel mit dem Vermerk „bitte weiterleiten“. Sie schreibt:
« Denise Tourtay, étudiante, cheftaine de guides, demande à qui trouvera son mot de faire savoir à M“ Perouze à Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, qu’elle part prisonnière en Allemagne. Merci – Dieu vous garde. Vive la France. Le 29 août 1943. Denise Tourtay ».

„Denise Tourtay, Studentin, Leiterin von Führern, bittet jeden, der ihren Zettel findet, M“ Perouze in Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, wissen zu lassen, dass sie als Gefangene nach Deutschland geht. Danke – Gott schütze Sie. Es lebe Frankreich. Am 29. August 1943. Denise Tourtay „.

Denise wurde daraufhin am 29.08.1943 in die angrenzende Fabrik in Neubrandenburg in der „schlimmsten Werkstatt“, der Galvanik, eingesetzt. Ihre Häftlingsnummer war 22460.
Hier einige Auszüge aus Briefen von zwei ihrer Kameraden aus der Gefangenschaft:
„Sie musste schwere Eisenstangen heben, an denen die Werkstücke hingen, und sie in den Ofen tragen, wo die Temperatur unerträglich war. Fast immer 70″, präzisiert der andere Kamerad — und wenn wir abends hinausgingen, um ins Lager zurückzukehren, hatten wir ungefähr zwischen -20“ und -28′ … Zu der Zeit, als Denise arbeitete, arbeiteten wir 12 Stunden in der Fabrik und bekamen nur wenig zu essen. Obwohl sie sehr tapfer war, erschöpfte sie sich ziemlich schnell und leistete ab dem 15. Dezember nicht mehr die Arbeit, die man von ihr verlangte. Zur Strafe musste sie am Weihnachtstag arbeiten. „Sie war die einzige Gefangene, die in die Fabrik gebracht wurde. Von da an begann das grausame Martyrium. Denise friert, hungert, ist völlig erschöpft, wird verprügelt und leidet unter Halluzinationen: „Sie sah immer den Leichenwagen ihrer Mutter“. Sie hat daran gedacht, ins „Revier“ (die Krankenstation des Lagers Ravensbrück) zu gehen, aber sie kennt leider die Parole dieses Vernichtungslagers. „Wenn ihr nicht mehr arbeiten könnt, seid ihr gut genug, um zu sterben.
Eines Tages entschließt sie sich jedoch, mit letzter Kraft ins Revier zu gehen. Als sie abrupt entlassen wird, bricht sie auf dem Rückweg im Schnee zusammen und kann erst viel später wieder aufstehen. Ihre Mitschülerinnen setzen sich bei der deutschen Aufseherin dafür ein, dass Denise weniger hart behandelt, wird: „Leider hat diese Wilde sie statt mit Pflege mit Schlägen zur Vernunft bringen wollen. Denise wurde in die Kabinen geführt, da vor den Zivilen der Fabrik nicht geschlagen wurde, wurde sie von zwei Aufseherinnen auf abscheuliche Weise geschlagen. Sie wurde auf den Kopf geschlagen und fiel hin; sie wurde weiter in den Bauch getreten, bis sie das Bewusstsein verlor“.
Am Abend hoben ihre Kameraden sie auf und trugen sie in die Krankenstation, ohne dass sie ihre Sinne wiedererlangt hatte.
„Nach drei Tagen erkannte sie uns wieder, war bei Bewusstsein, konnte sich aber nicht daran erinnern, dass sie geschlagen worden war… Am Morgen rief sie „Micheline! Mama!“. Micheline legte ihr (in der absoluten Dunkelheit, die im Revier die Regel war) eine Kompresse auf die Stirn, und als Denise wimmerte, sagte sie: „Du wirst jetzt brav sein“, und Denise konnte noch sprechen.
Denise Tourtay ist am 21 Juli 1944 im KZ Ravensbrück gestorben. Inwiefern die Angaben und Erzählungen stimmen, kann nicht versichert werden.
Anmerkung: Weitere Recherchen:
Über die Eltern mehr erfahren
Bestätigung der Geschichte einholen, wenn möglich

Abdelah Mechmed – Abdallah Mohamed

Abdelah Mechmed auch Abdallah Mohamed geschrieben, ist am 28.03.1910 in Mostaganem, eine Stadt im Norden Algeriens, geboren. In eines der Archivalien konnte der Vermerk „islamitisch“ festgestellt werden.

Demnach war Abdallah Mohamed selbst Muslim. Verheiratet war er mit Jamyna Melud. Über die Eltern ist lediglich der Name bekannt. Der Name seines Vaters war ebenfalls Mechmed Abelah. Über die Mutter ist der Name Chaira Ben Hadji bekannt. Weitere Informationen über die Eltern konnten nicht ermittelt werden1. Die Informationen wurden von Otto Apenburg (siehe Exkurs) erfasst.

Am 18.07.1944 wurde er in das KZ Neuengamme deportiert, in welchem er als Handarbeiter tätig war. Am 05.02.1945 verstarb er mit gerade mal 35 Jahren im Außenlager Kaltenkirchen, Fliegenhorst.2

Anhand seines Todesortes könnte die Vermutung gestellt werden, dass er als Zwangsarbeiter für den Flugplatz Kaltenkirchen3 eingesetzt wurde. Als die Niederlage Deutschlands in Sicht war, befahl die Führung der Luftwaffe eine neue Landebahn zu bauen. Ziel war es, eine neue Waffe einzusetzen.

Um an das Ziel zu gelangen, wurden vom KZ Neuengamme 500 – 1000 Häftlinge für den Bau zur Verfügung gestellt. Im Bau war unter anderem auch die Organisation Todt mitinvolviert. Nach Kriegsende wurde der Flugplatz von der Bundeswehr genutzt.

Weitere Recherchen über Abdelah Mechmed – Abdallah Mohamed folgen über das Service historique de la Défense in Caen.

Anmerkung: Detaillierte Ausführung folgt.

Empfohlene Literatur: Amt Trave-Land Arbeitskreis Geschichte (Hrsg.): Die Luftwaffe zum Kriegsende in Schleswig-Holstein. Elektronik-Praktiker Verlag 2009, ISBN 3936318670.

Quellen:
1ITS Arolsen Archive
2https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/geschichte/kz-aussenlager/aussenlagerliste/kaltenkirchen/
3Gerhard Hoch: Zwölf wiedergefundene Jahre: Kaltenkirchen unter dem Hakenkreuz. BoD 2006

Antoine Almanza

Antoine Almanza ist am 31.12.1931 in Oran, Algerien geboren1. Ihm wurde die Konfession „katholisch“ zugeschrieben. Auch hier ist über den Namen des Vaters derselbe Name vermerkt „Antoine Almanza“ geboren in Lyon, Frankreich. Es wird die Vermutung gestellt, dass es dem Kriminalsekräter nicht wichtig war, ob die Daten stimmen.2

Ferner wird davon ausgegangen, dass der Vater ein anderen Name haben könnte. Auch wenn es im maghrebinischen Raum vorkommen kann, dass die Söhne denselben Namen haben können, wie ihre Väter, scheint es hier nicht so. Seine Mutter hieß Rose Perez, welche ebenfalls in Lyon, Frankreich gelebt haben soll. Über seinen Beruf ist bekannt, dass er als Friseur tätig gewesen ist. Anscheinend der Vermerk seines Berufes auf die Tätigkeit im KZ bezogen.

Am 18.07.1944 ist Antoine Almanza im Konzentrationslager Neuengamme angekommen. Gestorben ist er am 29.01.1945 ebenfalls im Außenlager Kaltenkirchen, Fliegerhorst. Todesgrund wurde die „Allgemeine Körperschwäche“ vermerkt. Auf die Zwangsarbeiter:innen wurde enormer Druck aufgesetzt, sodass viele an der „Allgemeinen Körperschwäche“ auch gestorben sind.

Antoine Almanza erhielt die Erwähnung „Mort pour la France“.3 Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1https://www.campneuengamme.org/deportes/almanza-antoine/ zuletzt geprüft: 12.03.2022
2ITS Arolsen Archive
3Base des sépultures de Guerre – Antoine ALMANZA – Mémoire des hommes (defense.gouv.fr) – https://www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr/fr/arkotheque/client/mdh/sepultures_guerre/detail_fiche.php?ref=2361221

Kebir Barhir Bouacheria/ Kébir – Bachir Bouacheria

Kebir Barhir Bouacheria ist am 18.04.1915 in Oran, Algerien geboren. Am 18.07.1944 wurde er in das Außenlager Kaltenkirchen deportiert. Eingesetzt wurde er im Außenkommando Kaltenkirchen als Schreiber. Er hatte die Häftlingsnummer 36355.1

Außerdem ist vermerkt, dass es sich bei Kébir – Bachir Bouacheria um einen politischen Gefangenen handelt. Ferner ist bekannt, dass er als „Matrose“ tätig war.

In einem Schriftwechsel zwischen den Arolsen Archiven , im Jahre 1978, kann entnommen werden, dass er die Zeit im Konzentrationslager überlebt hat und sich bestätigen lassen wollte, dass er in dem genannten Zeitraum im Konzentrationslager war.

In eines der Briefe, welche wir von den Arolsen Archiven erhalten haben, konnte eine Adresse festgestellt werden.

In dem Brief ging es darum, dass Herr Bouacheria eine Vollmacht für Frau R. Aubry, Generalsekretärin des L’Amicale Neuengamme und Kommandos, gestellt hat, um die Bescheinigung des ITS Arolsen entgegenzunehmen.

Für weitere Recherchen haben wir einen Brief an die genannte Anschrift nach Oran, Algerien versendet und hoffen darauf, dass noch Angehörige an dieser Anschrift wohnen und uns mehr Informationen zur Verfügung stellen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist die Adresse im aufgeführten Brief zensiert. Es könnte nämlich sein, dass an der Adresse noch seine Nachkommen wohnen.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archives

Amar Ben Hamed, Ben Lachemi

Amar Ben Hamed Ben Lachemi ist am 04.04.1923 in Colombes, Frankreich geboren. Seine Konfession ist „katholisch“.

Sein Vater hieß Mohamed Ben Hamed Ben Lachemi und seine Mutter Abélia Minart.

Die letzte Anschrift, welche über Abélia Minart bekannt ist, ist die Stadt Genellers, da es diese Stadt nicht gibt, wird von Gennevilliers an der Seine ausgegangen. Von Beruf war er Arbeiter.

Gestorben ist er am 08.03.1944 um 03:35 durch Herz und Kreislauf versagen durch Magen und Darmkatarrh (Maden – Darm – Entzündung)1. Die Informationen wurden vom Kriminalsekretär Otto Apenburg erfasst.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archives

Antoine Zaouni

Antoine Zaouni ist am 22.10.19221 in Marseille, Frankreich geboren. Sein Vater war Pierre Zaouni und seine Mutter, Ramona Matea. Beide sind in Marseille, Frankreich geboren.

Er war im Rahmen seines Wehrdienstes auf dem Kreuzer der französischen Marine „Algérie“ tätig. Aufgabe der „Algérie“ im Zweiten Weltkrieg war es, deutsche Handelsstörer ausfündig zu machen und sie dann zu zerstören.

Im Verlauf des Krieges haben die deutschen Streitkräfte den Versuch gestartet, die Algérie in ihre Hände zu bekommen.

Damit ihnen das nicht gelingt wurde die Algérie selbstversenkt. Anscheinend gab es einen geheimen Vertrag zwischen Pétain und Churchill, in welchem niedergeschrieben ist, dass die Flotte bei Gefahr vor den deutschen und italienischen Streitkräften selbstversenkt werden soll.2

Damit konnte laut Pétain verhindert werden, dass die Deutschen über mehr Macht durch den Kreuzer verfügen würden.

An Bord war auch Antoine Zaouni, welcher dann von deutschen Streitkräften verhaftet und wieder freigelassen wurde. Nach seiner Befreiung arbeitete er in einer Chemiefabrik in Estaque und wurde als „STO“ nach Deutschland geschickt.

Anschließend arbeitete dann in einer Reißverschlussfabrik in Nürnberg namens „ZIPP Werk“.

Durch seine Befehlsverweigerung gegenüber den Nazis wurde er dann am 22.10.1944 nach Dachau und dann wiederum ins KZ Neuengamme deportiert. Offiziell ist er an der sogenannten „Lungenschwindsucht“, heute Tuberkulose, am 31.12.1944 im KZ Neuengamme verstorben.3

Als er starb, war er gerade einmal 22 Jahre alt.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Zusatz: Seine Schwester berichtet jedoch, dass er erschossen wurde, nachdem er versucht hatte zu fliehen.4

Quellen:
1Gedenkstätte KZ Neuengamme Totenbuch
2Philippe Pétain, Actes et Ecrits, Flammarion, 1974, S. 582-583
3ITS Arolsen Archives
4Anni Zaouni Beitrag für eine Facebook Seite

Charles Ben Kamoun – Charles Benkemoun

Charles Benkemoun ist am 28.04.1900 in Sidi Belabes, Sidi bel Abbès in Oran, Algerien geboren. Über seine Konfession ist „Muslim“ bekannt. Außerdem war er verheiratet und hatte ein Kind.

Seine Ehefrau hieß Marie Luise Ben Kemoun. Die letzte bekannte Anschrift von ihr ist „99 Rue Ordener, Paris 18 (Seine). Der letzte bekannte Wohnort von Charles Ben Kamoun ist Nizza.

Er wurde am 05.01.1944 durch die BDS Paris verhaftet. Am 29.01.1944 wurde er in das KZ Buchenwald interniert. In das KZ Neuengamme wurde er am 18.03.1944 überstellt. Seine Häftlingsnummer ist 44012. Von Beruf war er Kaufmann.

Bekannt ist, dass er ein Politischer Gefangener gewesen ist.1

Er soll im Mai 1945 in Sandbostel verstorben sein. Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Außerdem ist eine Anfrage an die Stadtverwaltung in Paris geplant, über eine mögliche Auskunft über seine Ehefrau und sein Kind. Dadurch könnten dann evtl. mehr Informationen gesammelt werden.

Quellen:
1ITS Arolsen Archives

Rabah, Fafa – Rabat, Fafa

Rabah Fafa ist am 19.01.1916 in Djidjelli (Constantine) Algerien geboren. Sein Name wird teilweise auch Rabat, Fafa geschrieben.

Da dieser Name allerdings unüblich im algerischen Raum ist, wird von Rabah ausgegangen. Seine Konfession ist „islamitisch“, also „Islam“.

Rabah Fafa war mit der sogenannten Ojia Fafa verheiratet.

Über seine Mutter ist der Name „Fatma Fafa“ bekannt. Diese ist in Douar Tabellout geboren. Weiterer Vermerk „comm. Mixte de Djidjelli (Constantine/Algérie)“.

Am 31.07.1944 ist er in das Außenlager Kaltenkirchen deportiert worden. Seine Häftlingsnummer war 40769. Es ist bekannt, dass er im Außenkommando „Kaltenkirchen Springhirsch“ tätig war. Demnach wurde auch er auf dem Flugplatz für die Luftwaffe eingesetzt1. Er ist am 19.02.1945 im Außenlager Kaltenkirchen, Fliegenhorst verstorben. Sein Todesgrund war „Allgemeine Schwäche“2.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1https://gedenkstaetten-sh.de/gedenkstaetten/kz-gedenkstaette-kaltenkirchen-in-springhirsch-7
zuletzt geprüft: 16.07.2022

2ITS Arolsen Archives

Achmed Baizi Bresil

Achmed Baizi Bresil soll im Jahre 1914 oder 1919 in Algerien geboren sein.

Er wurde am 18.07.1944 in Bremen – Farge eingeliefert, vorher aber in das KZ – Neuengamme. Seine Häftlingsnummer war 37076. Durch seine Nummer konnte identifiziert werden, dass es sich hierbei um einen Politischen Gefangenen handelt.

Außerdem lässt sich aus seiner Häftlingskarte entnehmen, dass er verheiratet, war.1

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen und dem Denkort Bunker Valentin in Bremen gestellt.

Quellen:
1ITS Arolsen Archives

Benssif, Rebir – Benssif Rabir

Benssif, Rebir ist am 03.02.1896 in Algerien geboren. Es konnten mithilfe der Arolsen Archiven Personalien wie eine Taschenuhr und ein Ring ermittelt werden.

Am 31.07.1944 wurde er in das Außenlager Bergen – Belsen deportiert. Er erhielt die Häftlingsnummer 40113. Anscheinend soll Benssif Rabir im Kreis Gardelegen in Sachsen – Anhalt im Zeitraum am 21.04 gestorben und am 25.04.1945 beerdigt worden sein. Todesursache ist der Todesmarsch „Mittelbau – Dora“1.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt. Außerdem wird versucht, mehr über den Ring zu erfahren. Es könnte sein, dass es sich bei dem Ring und der Beschriftung um eine Gruppierung handelt.

Es kann aber auch ein normaler Ring sein.

Quellen:
1ITS Arolsen Archives

Jaklef, Achmed – Yaklef, Achmed, Yaklef Ahmed

Ahmed Yaklef ist am 21.08.1913 in Djidjelli, Algerien1 geboren. Seine Konfession ist „islamitisch“, also „Islam“. Außerdem ist vermerkt, dass er verheiratet war. Der Name der Ehefrau bleibt unbekannt.

Am 25.01.1945 um 16 Uhr in WIlhemshaven, Banterweg 4 ist er verstorben. Hier ist er als Franzose vermerkt. Todesursache ist eine beidseitige Lungenentzündung gewesen.

Außerdem wurde registriert, dass er im Zuge des Außenkommandos Marinewerft Wilhelmshaven im Block – Nr.1 verstorben sei. Es lässt sich demnach annehmen, dass er auch dort tätig war2. In seiner Karte steht vermerkt „Schmied“. Seine Häftlingsnummer war 44185.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 JAKLEF ACHMED – Neuengamme (campneuengamme.org) zuletzt geprüft 02.06.2022
2 Arolsen Archives

Samar, Iddir/ Ider

Samar Iddir ist am 19.08.1892 in Alger, Algerien geboren.

Am 25.06.1944 wurde er in LES LAUMES verhaftet. Daraufhin wurde er in Compiègne interniert. Am 28.07.1944 wurde er nach Bergen – Belsen deportiert. Er hatte die Häftlingsnummer 39880.

Im Konzentrationslager hatte er eine Taschenuhr und eine Kette mit einer weißen Kapsel mit sich. Am 19.05.1945 wurde er dort auch befreit.1

Was nach dem 19.05.1945 geschehen ist, bleibt noch unklar. Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archive
2 Arolsen Archives

Abdessalam Ben Ahmed

Abdessalam Ben Amas ist am 11.12.1896 in unbekannt geboren. Er wurde am 15.07.1944 von Compiègne deportiert und soll am 18.07.1944 in Bremen – Farge angekommen sein.

Seine Häftlingsnummer war 370351. Außerdem ist bekannt, dass er ein Koch gewesen sei.2

Mit Bleistift ist das Datum 16.01.1945 vermerkt, allerdings ist hier unklar, um was es sich handelt. Möglicherweise sein Sterbedatum.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archive
2Denkort Bunker Valentin Bremen – Farge

Abbes Ben Ahmed

Abbes Ben Ahmed ist im Jahre 1916 in Casablanca, Marokko geboren. Auch bei ihm ist die Nation „Frankreich“ registriert.

Anscheinend ist er am 15.10.1944 im Gefängnis in Karlsruhe angemeldet worden, aber am nächsten Tag war er wieder auf „freiem Fuss“. Über ihn ist bekannt, dass er in Ravensburg begraben wurde.

Hier ist unklar, ob es sich bei diesen vorliegenden Personen um dieselbe Person handelt. Es gibt auch einen Abbes Ben Amed, welcher am 24.02 oder 26.02.1898 in Gafsa Tunesien geboren ist. Er wurde von Limoges nach Compiègne und am 04.06.1944 ins KZ Neuengamme deportiert.

Seine Häftlingsnummer lautet 37995. Die vermerkte Nationalität ist Französisch. Ferner ist bekannt, dass die Person verschollen ist, sodass weitere Informationen nicht zu finden sind.

1960 haben die Arolsen Archive1 bereits dasselbe Problem vorgefunden. Zwei identische Namen und mit anderen Geburtstagen und Herkünfte, aber keine genaue Zuordnung.

Fakt ist, es gab einen Abbes Ben Ahmed mit einem marokkanischen oder tunesischen Hintergrund im KZ Neuengamme.

Über die genannte Person sind die Informationen etwas unklar.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archive

Bernard Barraud

Bernard Barraud ist am 16.11.1913 in Casablance, Marokko geboren. Privat ist über ihn bekannt, dass er von Beruf Pilot und mit Marie Barraud verheiratet war. Die letzte bekannte Anschrift über seine Frau ist in London.

Außerdem wurde ihm die Konfession „katholisch“ zugeschrieben.

Am 24.01.1944 wurde er durch die BDS Paris verhaftet und am 17.03.1944 ins KZ Neuengamme deportiert.1

Seine Häftlingsnummer war 41760. Es gibt noch die Information, dass er ebenfalls im KZ Buchenwald war. Wann und wie lange, konnte noch nicht ermittelt werden.

Bernard Barraud war ein politischer Gefangener. Seine abgegebenen Wertgegenstände waren sein Ehering und ein Ring mit den Initialen „BB“.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archive

Ben Hady Keleff Ben Chliffa

Ben Hady Keleff Ben Chiliffa ist am 20.05.1902 in Tunesien geboren. Er erhielt die Würdigung „Morts pour la France.1

Gestorben ist er am 02.09.1940 in Natzwiller (Bas-Rhin) in „Le Struthof“.

Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1https://www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr/ zuletzt geprüft 03.02.2022

Ali Kemite

Ali Kemite ist im Jahre 1919 in Constantine, Algerien geboren. Es ist bekannt, dass er in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert wurde1. Unklar ist, ob er auch dort verstorben ist am 24.05.1944.

Leider ist wenig über ihn bekannt. Für weitere Recherchen wurde eine Anfrage an das Service historique de la Défense in Caen gestellt.

Quellen:
1 ITS Arolsen Archive

Weitere Recherche
Bouziane, Mecheri
Geboren: 16.01.1909 in Zemmora (Algerien)
Deportiert: KZ Neuengamme
Gestorben: 09.06.1944 im KZ Neuengamme

Khemissa, Allouche (femme)
Geboren: 28.10.1900 in Constantine, Algerien.
Deportation: 31.07.1944 von Toulouse ins KZ Ravensbrück.
Befreit am 15.04.1945 in Bergen – Belsen1

Außerdem folgt eine detailliertere Recherche zu den oben aufgeführten Personen.

Quellen:
1Jacky Viniere Liste Deporté Nord Affricain

Exkurs: Otto Apenburg

folgt

Bunker Valentin und weitere Lager

invisible

Denise Antoinette Tourtay ist am 21.07.1922 in Fes, Marokko geboren. In Marokko verbrachte Sie ihre ersten Jahre und ging auf das Mädchengymnasium „Lycée Gouraud de Rabat“ in Rabat. Daraufhin beendete Sie ihre Sekundarschulzeit in der Mathematikklasse des Gouraud – Gymnasiums. Sie studierte anschließend an der wissenschaftlichen Fakultät in Grenoble und war noch keine 21 Jahre alt, als sie im Juni 1943 den Titel „Licenciée Es-sciences“ (Lizentiat der Wissenschaften) erhielt. Die letzte bekannte Adresse war in Frankreich „Foyer de l’Etudiante, Rue du Vieux Temple – Grenoble (Isère).
Im Jahre 1943 wollte sie wieder nach Marokko zu ihrer Mutter ziehen. Ob ihre Mutter selbst Marokkanerin oder Französin ist, bleibt noch unklar.
Um ihr Ziel zu erreichen, wollte sie die Grenze in den Pyrenäen überqueren, dabei tat sie sich mit drei jungen Student*innen zusammen, die gerade in die afrikanische Armee eingetreten waren.
Sie wählten für ihren Übergang die Pässe der Haute Garonne. Denise und einer der Student*innen hatten es bereits geschafft, die Grenze zu überqueren und waren in Sicherheit, als sie bemerkten, dass ihre beiden Kameraden verhaftet worden waren. „Aus Solidarität“, schreibt eine ihrer Mitgefangenen, „lieferte sie sich aus, um, wie sie dachte, die Befreiung ihrer beiden Kameraden zu erreichen“. Zweifellos hatte Denise, die sehr gut Spanisch sprach, auch versucht, sich für ihre Kameraden einzusetzen. Sie wurde jedoch von den Deutschen im Juni 1943 verhaftet und zunächst in Luchon und dann in Toulouse inhaftiert. Das Studentenheim in Grenoble, explizit Frau Wwe Emile, hatte am 26.01.1944 versucht an mehr Informationen über Denise zu gelangen. Aus staatspolizeilichen Gründen wurden mehr Informationen verweigert.
Während ihrer Haftzeit sagte ein deutscher Offizier zu Denise, als sie sich um eine kranke Kameradin kümmerte, dass sie in Deutschland eine gute Krankenschwester werden könnte. In ihrem französischen Eifer verletzt, bäumte sich Denise auf und erwiderte, dass sie lieber sterben würde, als Deutsche zu pflegen. Ihre Antwort führte dazu, dass sie kurz darauf in das Fort Romainville in der Nähe von Paris verlegt wurde.
Dort kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein deutscher Offizier erfuhr, dass sie einen Abschluss in Naturwissenschaften hatte, und schlug ihr vor, dass sie in deutschen Laboratorien gute Dienste leisten könnte, und Denise antwortete trotz der sich abzeichnenden Bedrohung genauso wie in Toulouse.
Am 29. August 1943, zwei Monate nach ihrer Verhaftung, wurde Denise Tourtay ins KZ Ravensbrück deportiert. Ein kleiner, von ihr weggeworfener Zettel mit dem Vermerk „bitte weiterleiten“. Sie schreibt:
« Denise Tourtay, étudiante, cheftaine de guides, demande à qui trouvera son mot de faire savoir à M“ Perouze à Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, qu’elle part prisonnière en Allemagne. Merci – Dieu vous garde. Vive la France. Le 29 août 1943. Denise Tourtay ».

„Denise Tourtay, Studentin, Leiterin von Führern, bittet jeden, der ihren Zettel findet, M“ Perouze in Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, wissen zu lassen, dass sie als Gefangene nach Deutschland geht. Danke – Gott schütze Sie. Es lebe Frankreich. Am 29. August 1943. Denise Tourtay „.

Denise wurde daraufhin am 29.08.1943 in die angrenzende Fabrik in Neubrandenburg in der „schlimmsten Werkstatt“, der Galvanik, eingesetzt. Ihre Häftlingsnummer war 22460.
Hier einige Auszüge aus Briefen von zwei ihrer Kameraden aus der Gefangenschaft:
„Sie musste schwere Eisenstangen heben, an denen die Werkstücke hingen, und sie in den Ofen tragen, wo die Temperatur unerträglich war. Fast immer 70″, präzisiert der andere Kamerad — und wenn wir abends hinausgingen, um ins Lager zurückzukehren, hatten wir ungefähr zwischen -20“ und -28′ … Zu der Zeit, als Denise arbeitete, arbeiteten wir 12 Stunden in der Fabrik und bekamen nur wenig zu essen. Obwohl sie sehr tapfer war, erschöpfte sie sich ziemlich schnell und leistete ab dem 15. Dezember nicht mehr die Arbeit, die man von ihr verlangte. Zur Strafe musste sie am Weihnachtstag arbeiten. „Sie war die einzige Gefangene, die in die Fabrik gebracht wurde. Von da an begann das grausame Martyrium. Denise friert, hungert, ist völlig erschöpft, wird verprügelt und leidet unter Halluzinationen: „Sie sah immer den Leichenwagen ihrer Mutter“. Sie hat daran gedacht, ins „Revier“ (die Krankenstation des Lagers Ravensbrück) zu gehen, aber sie kennt leider die Parole dieses Vernichtungslagers. „Wenn ihr nicht mehr arbeiten könnt, seid ihr gut genug, um zu sterben.
Eines Tages entschließt sie sich jedoch, mit letzter Kraft ins Revier zu gehen. Als sie abrupt entlassen wird, bricht sie auf dem Rückweg im Schnee zusammen und kann erst viel später wieder aufstehen. Ihre Mitschülerinnen setzen sich bei der deutschen Aufseherin dafür ein, dass Denise weniger hart behandelt, wird: „Leider hat diese Wilde sie statt mit Pflege mit Schlägen zur Vernunft bringen wollen. Denise wurde in die Kabinen geführt, da vor den Zivilen der Fabrik nicht geschlagen wurde, wurde sie von zwei Aufseherinnen auf abscheuliche Weise geschlagen. Sie wurde auf den Kopf geschlagen und fiel hin; sie wurde weiter in den Bauch getreten, bis sie das Bewusstsein verlor“.
Am Abend hoben ihre Kameraden sie auf und trugen sie in die Krankenstation, ohne dass sie ihre Sinne wiedererlangt hatte.
„Nach drei Tagen erkannte sie uns wieder, war bei Bewusstsein, konnte sich aber nicht daran erinnern, dass sie geschlagen worden war… Am Morgen rief sie „Micheline! Mama!“. Micheline legte ihr (in der absoluten Dunkelheit, die im Revier die Regel war) eine Kompresse auf die Stirn, und als Denise wimmerte, sagte sie: „Du wirst jetzt brav sein“, und Denise konnte noch sprechen.
Denise Tourtay ist am 21 Juli 1944 im KZ Ravensbrück gestorben. Inwiefern die Angaben und Erzählungen stimmen, kann nicht versichert werden.
Anmerkung: Weitere Recherchen:
Über die Eltern mehr erfahren
Bestätigung der Geschichte einholen, wenn möglich

Ramdam, Zouaoui

Informationen folgen

Achmed Baizi Bresil

Informationen folgen

Abdessalam Ben Amas

Informationen folgen

Rheinlandkinder und andere

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Denise Antoinette Tourtay ist am 21.07.1922 in Fes, Marokko geboren. In Marokko verbrachte Sie ihre ersten Jahre und ging auf das Mädchengymnasium „Lycée Gouraud de Rabat“ in Rabat. Daraufhin beendete Sie ihre Sekundarschulzeit in der Mathematikklasse des Gouraud – Gymnasiums. Sie studierte anschließend an der wissenschaftlichen Fakultät in Grenoble und war noch keine 21 Jahre alt, als sie im Juni 1943 den Titel „Licenciée Es-sciences“ (Lizentiat der Wissenschaften) erhielt. Die letzte bekannte Adresse war in Frankreich „Foyer de l’Etudiante, Rue du Vieux Temple – Grenoble (Isère).
Im Jahre 1943 wollte sie wieder nach Marokko zu ihrer Mutter ziehen. Ob ihre Mutter selbst Marokkanerin oder Französin ist, bleibt noch unklar.
Um ihr Ziel zu erreichen, wollte sie die Grenze in den Pyrenäen überqueren, dabei tat sie sich mit drei jungen Student*innen zusammen, die gerade in die afrikanische Armee eingetreten waren.
Sie wählten für ihren Übergang die Pässe der Haute Garonne. Denise und einer der Student*innen hatten es bereits geschafft, die Grenze zu überqueren und waren in Sicherheit, als sie bemerkten, dass ihre beiden Kameraden verhaftet worden waren. „Aus Solidarität“, schreibt eine ihrer Mitgefangenen, „lieferte sie sich aus, um, wie sie dachte, die Befreiung ihrer beiden Kameraden zu erreichen“. Zweifellos hatte Denise, die sehr gut Spanisch sprach, auch versucht, sich für ihre Kameraden einzusetzen. Sie wurde jedoch von den Deutschen im Juni 1943 verhaftet und zunächst in Luchon und dann in Toulouse inhaftiert. Das Studentenheim in Grenoble, explizit Frau Wwe Emile, hatte am 26.01.1944 versucht an mehr Informationen über Denise zu gelangen. Aus staatspolizeilichen Gründen wurden mehr Informationen verweigert.
Während ihrer Haftzeit sagte ein deutscher Offizier zu Denise, als sie sich um eine kranke Kameradin kümmerte, dass sie in Deutschland eine gute Krankenschwester werden könnte. In ihrem französischen Eifer verletzt, bäumte sich Denise auf und erwiderte, dass sie lieber sterben würde, als Deutsche zu pflegen. Ihre Antwort führte dazu, dass sie kurz darauf in das Fort Romainville in der Nähe von Paris verlegt wurde.
Dort kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein deutscher Offizier erfuhr, dass sie einen Abschluss in Naturwissenschaften hatte, und schlug ihr vor, dass sie in deutschen Laboratorien gute Dienste leisten könnte, und Denise antwortete trotz der sich abzeichnenden Bedrohung genauso wie in Toulouse.
Am 29. August 1943, zwei Monate nach ihrer Verhaftung, wurde Denise Tourtay ins KZ Ravensbrück deportiert. Ein kleiner, von ihr weggeworfener Zettel mit dem Vermerk „bitte weiterleiten“. Sie schreibt:
« Denise Tourtay, étudiante, cheftaine de guides, demande à qui trouvera son mot de faire savoir à M“ Perouze à Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, qu’elle part prisonnière en Allemagne. Merci – Dieu vous garde. Vive la France. Le 29 août 1943. Denise Tourtay ».

„Denise Tourtay, Studentin, Leiterin von Führern, bittet jeden, der ihren Zettel findet, M“ Perouze in Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, wissen zu lassen, dass sie als Gefangene nach Deutschland geht. Danke – Gott schütze Sie. Es lebe Frankreich. Am 29. August 1943. Denise Tourtay „.

Denise wurde daraufhin am 29.08.1943 in die angrenzende Fabrik in Neubrandenburg in der „schlimmsten Werkstatt“, der Galvanik, eingesetzt. Ihre Häftlingsnummer war 22460.
Hier einige Auszüge aus Briefen von zwei ihrer Kameraden aus der Gefangenschaft:
„Sie musste schwere Eisenstangen heben, an denen die Werkstücke hingen, und sie in den Ofen tragen, wo die Temperatur unerträglich war. Fast immer 70″, präzisiert der andere Kamerad — und wenn wir abends hinausgingen, um ins Lager zurückzukehren, hatten wir ungefähr zwischen -20“ und -28′ … Zu der Zeit, als Denise arbeitete, arbeiteten wir 12 Stunden in der Fabrik und bekamen nur wenig zu essen. Obwohl sie sehr tapfer war, erschöpfte sie sich ziemlich schnell und leistete ab dem 15. Dezember nicht mehr die Arbeit, die man von ihr verlangte. Zur Strafe musste sie am Weihnachtstag arbeiten. „Sie war die einzige Gefangene, die in die Fabrik gebracht wurde. Von da an begann das grausame Martyrium. Denise friert, hungert, ist völlig erschöpft, wird verprügelt und leidet unter Halluzinationen: „Sie sah immer den Leichenwagen ihrer Mutter“. Sie hat daran gedacht, ins „Revier“ (die Krankenstation des Lagers Ravensbrück) zu gehen, aber sie kennt leider die Parole dieses Vernichtungslagers. „Wenn ihr nicht mehr arbeiten könnt, seid ihr gut genug, um zu sterben.
Eines Tages entschließt sie sich jedoch, mit letzter Kraft ins Revier zu gehen. Als sie abrupt entlassen wird, bricht sie auf dem Rückweg im Schnee zusammen und kann erst viel später wieder aufstehen. Ihre Mitschülerinnen setzen sich bei der deutschen Aufseherin dafür ein, dass Denise weniger hart behandelt, wird: „Leider hat diese Wilde sie statt mit Pflege mit Schlägen zur Vernunft bringen wollen. Denise wurde in die Kabinen geführt, da vor den Zivilen der Fabrik nicht geschlagen wurde, wurde sie von zwei Aufseherinnen auf abscheuliche Weise geschlagen. Sie wurde auf den Kopf geschlagen und fiel hin; sie wurde weiter in den Bauch getreten, bis sie das Bewusstsein verlor“.
Am Abend hoben ihre Kameraden sie auf und trugen sie in die Krankenstation, ohne dass sie ihre Sinne wiedererlangt hatte.
„Nach drei Tagen erkannte sie uns wieder, war bei Bewusstsein, konnte sich aber nicht daran erinnern, dass sie geschlagen worden war… Am Morgen rief sie „Micheline! Mama!“. Micheline legte ihr (in der absoluten Dunkelheit, die im Revier die Regel war) eine Kompresse auf die Stirn, und als Denise wimmerte, sagte sie: „Du wirst jetzt brav sein“, und Denise konnte noch sprechen.
Denise Tourtay ist am 21 Juli 1944 im KZ Ravensbrück gestorben. Inwiefern die Angaben und Erzählungen stimmen, kann nicht versichert werden.
Anmerkung: Weitere Recherchen:
Über die Eltern mehr erfahren
Bestätigung der Geschichte einholen, wenn möglich

Lucie Muth - Luise Muth

Lucie Muth ist am 24.05.1923 in Wiesbaden – Bieberich geboren. Sie ist die Tochter von Mohammed Ben Alima und Johanna Fiedler (geborene Muth). Ihre Nationalität ist deutsch und sie soll Katholikin gewesen sein.

Am 15.02.1940 bis zum 26. Juli 1940 war sie im KZ Breitenau mit der Gefangenennummer 706. Hier hatte Sie den Vermerk „Zögl.“ (Zögling). 1941 wurde sie in das Jugendschutzlager „Uckermark“ mit dem Vermerk „asozial“ und „Marokkaner- Mischl.“ überstellt. Ihre Häftlingsnummer lautete 316953.

Von 1942 bis 1945 war sie dann im KZ Ravensbrück. Am 28.04.1945 wurde sie befreit. Sie wurde demnach mit 17 Jahren in das Konzentrationslager überstellt und mit 22 befreit.

Außerdem ist bekannt, dass Lucie Muth selbst anscheinend einen Rechtsanwalt namens O. Strassburger aus Frankfurt am Main hatte, welcher sich im Jahre 1957 bis 1963 um Lucie Muths Sachverhalt gekümmert haben soll. Hierbei ging es um ihre Entschädigung.

Zunächst musste Herr Strassburger die Inhaftierung von Lucie Muth bescheinigt bekommen. Sowohl im Jahre 1957 als auch im Jahre 1959 wurde eine Anfrage gestellt, aber leider ohne Erfolg. Die Anfrage im Jahre 1959 richtete sich an die Arolsen Archive wie aber auch an die Entschädigungsbehörde in Wiesbaden.

Erst im Jahre 1963 nach 18 Jahren, als neue Unterlagen gesichtet wurden, konnte Lucie Muths Inhaftierung bestätigt werden. Die Bestätigung erfolgte seitens der Arolsen Archive an die Entschädigungsbehörde mit einer Kopie an ihren Rechtsanwalt. Zu dem Zeitpunkt sollte Lucie Muth 40 Jahre alt gewesen sein1.

Was danach geschah und ob Lucie Muth eine Entschädigung erhalten hat, bleibt unbekannt. Für weitere Recherchen wurde eine erweiterte Melderegisterauskunft bei der Stadt Wiesbaden zu Lucie Muth aufgegeben, welche leider ebenfalls erfolglos blieb.

Des Weiteren wurde der Service in Caen kontaktiert, um mehr über den Vater zu erfahren und mögliche Bilder von Lucie Muth zu erlangen. Außerdem wurde die Stadt Frankfurt kontaktiert, für mögliche Archivalien des Anwalts Strassburger.

Auch hier konnten keine weiteren Informationen vermittelt werden. Überdies wurde das Bundesarchiv angefragt, aber leider auch ohne weitere Informationen.

Online gab es die Information, dass sich die Archive der Entschädigungsprozesse in Düsseldorf befinden2. Auf Anfrage wurde uns folgendes mitgeteilt: „Für die nachgefragte Person konnte hier kein weiterer Entschädigungsvorgang ermittelt werden.“

Zusatz: Über die Mutter wird vermutet, dass Sie ebenfalls im Konzentrationslager Ravensbrück interniert wurde.

Quellen:
1ITS Digital Archive, Arolsen Archives
2Bezirksregierung Düsseldorf Dezernat 15 , Angelegenheiten nach dem BEG Bundeszentralkartei

Denise Antoinette Tourtay

Denise Antoinette Tourtay ist am 21.07.1922 in Fes, Marokko geboren. In Marokko verbrachte Sie ihre ersten Jahre und ging auf das Mädchengymnasium „Lycée Gouraud de Rabat“ in Rabat. Daraufhin beendete Sie ihre Sekundarschulzeit in der Mathematikklasse des Gouraud – Gymnasiums.

Sie studierte anschließend an der wissenschaftlichen Fakultät in Grenoble und war noch keine 21 Jahre alt, als sie im Juni 1943 den Titel „Licenciée Es-sciences“ (Lizentiat der Wissenschaften) erhielt. Die letzte bekannte Adresse war in Frankreich „Foyer de l’Etudiante, Rue du Vieux Temple – Grenoble (Isère).

Im Jahre 1943 wollte sie wieder nach Marokko zu ihrer Mutter ziehen. Ob ihre Mutter selbst Marokkanerin oder Französin ist, bleibt noch unklar.

Um ihr Ziel zu erreichen, wollte sie die Grenze in den Pyrenäen überqueren, dabei tat sie sich mit drei jungen Student*innen zusammen, die gerade in die afrikanische Armee eingetreten waren.

Sie wählten für ihren Übergang die Pässe der Haute Garonne. Denise und einer der Student*innen hatten es bereits geschafft, die Grenze zu überqueren und waren in Sicherheit, als sie bemerkten, dass ihre beiden Kameraden verhaftet worden waren.

„Aus Solidarität“, schreibt eine ihrer Mitgefangenen, „lieferte sie sich aus, um, wie sie dachte, die Befreiung ihrer beiden Kameraden zu erreichen“.

Zweifellos hatte Denise, die sehr gut Spanisch sprach, auch versucht, sich für ihre Kameraden einzusetzen. Sie wurde jedoch von den Deutschen im Juni 1943 verhaftet und zunächst in Luchon und dann in Toulouse inhaftiert.

Das Studentenheim in Grenoble, explizit Frau Wwe Emile, hatte am 26.01.1944 versucht an mehr Informationen über Denise zu gelangen.1 Aus staatspolizeilichen Gründen wurden mehr Informationen verweigert.2

Während ihrer Haftzeit sagte ein deutscher Offizier zu Denise, als sie sich um eine kranke Kameradin kümmerte, dass sie in Deutschland eine gute Krankenschwester werden könnte.

In ihrem französischen Eifer verletzt, bäumte sich Denise auf und erwiderte, dass sie lieber sterben würde, als Deutsche zu pflegen. Ihre Antwort führte dazu, dass sie kurz darauf in das Fort Romainville in der Nähe von Paris verlegt wurde.

Dort kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein deutscher Offizier erfuhr, dass sie einen Abschluss in Naturwissenschaften hatte, und schlug ihr vor, dass sie in deutschen Laboratorien gute Dienste leisten könnte, und Denise antwortete trotz der sich abzeichnenden Bedrohung genauso wie in Toulouse.

Am 29. August 1943, zwei Monate nach ihrer Verhaftung, wurde Denise Tourtay ins KZ Ravensbrück deportiert.

Ein kleiner, von ihr weggeworfener Zettel mit dem Vermerk „bitte weiterleiten“. Sie schreibt:

«Denise Tourtay, étudiante, cheftaine de guides, demande à qui trouvera son mot de faire savoir à M“ Perouze à Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, qu’elle part prisonnière en Allemagne. Merci – Dieu vous garde. Vive la France. Le 29 août 1943. Denise Tourtay»

„Denise Tourtay, Studentin, Leiterin von Führern, bittet jeden, der ihren Zettel findet, M“ Perouze in Vienne, Isère, 9, Quai Pajot, wissen zu lassen, dass sie als Gefangene nach Deutschland geht. Danke – Gott schütze Sie. Es lebe Frankreich. Am 29. August 1943. Denise Tourtay“

Denise wurde daraufhin am 29.08.1943 in die angrenzende Fabrik in Neubrandenburg in der „schlimmsten Werkstatt“, der Galvanik, eingesetzt. Ihre Häftlingsnummer war 22460.

Hier einige Auszüge aus Briefen von zwei ihrer Kameraden aus der Gefangenschaft:

„Sie musste schwere Eisenstangen heben, an denen die Werkstücke hingen, und sie in den Ofen tragen, wo die Temperatur unerträglich war. Fast immer 70°, präzisiert der andere Kamerad — und wenn wir abends hinausgingen, um ins Lager zurückzukehren, hatten wir ungefähr zwischen -20° und -28° …

Zu der Zeit, als Denise arbeitete, arbeiteten wir 12 Stunden in der Fabrik und bekamen nur wenig zu essen. Obwohl sie sehr tapfer war, erschöpfte sie sich ziemlich schnell und leistete ab dem 15. Dezember nicht mehr die Arbeit, die man von ihr verlangte. Zur Strafe musste sie am Weihnachtstag arbeiten.

„Sie war die einzige Gefangene, die in die Fabrik gebracht wurde. Von da an begann das grausame Martyrium. Denise friert, hungert, ist völlig erschöpft, wird verprügelt und leidet unter Halluzinationen:

„Sie sah immer den Leichenwagen ihrer Mutter“. Sie hat daran gedacht, ins „Revier“ (die Krankenstation des Lagers Ravensbrück) zu gehen, aber sie kennt leider die Parole dieses Vernichtungslagers. „Wenn ihr nicht mehr arbeiten könnt, seid ihr gut genug, um zu sterben.“3

Eines Tages entschließt sie sich jedoch, mit letzter Kraft ins Revier zu gehen. Als sie abrupt entlassen wird, bricht sie auf dem Rückweg im Schnee zusammen und kann erst viel später wieder aufstehen.

Ihre Mitschülerinnen setzen sich bei der deutschen Aufseherin dafür ein, dass Denise weniger hart behandelt, wird: „Leider hat diese Wilde sie statt mit Pflege mit Schlägen zur Vernunft bringen wollen.

Denise wurde in die Kabinen geführt, da vor den Zivilen der Fabrik nicht geschlagen wurde, wurde sie von zwei Aufseherinnen auf abscheuliche Weise geschlagen.

Sie wurde auf den Kopf geschlagen und fiel hin; sie wurde weiter in den Bauch getreten, bis sie das Bewusstsein verlor“.

Am Abend hoben ihre Kameraden sie auf und trugen sie in die Krankenstation, ohne dass sie ihre Sinne wiedererlangt hatte.

„Nach drei Tagen erkannte sie uns wieder, war bei Bewusstsein, konnte sich aber nicht daran erinnern, dass sie geschlagen worden war… Am Morgen rief sie „Micheline! Mama!“

Micheline legte ihr (in der absoluten Dunkelheit, die im Revier die Regel war) eine Kompresse auf die Stirn, und als Denise wimmerte, sagte sie: „Du wirst jetzt brav sein“, und Denise konnte noch sprechen.

Denise Tourtay ist am 21 Juli 1944 im KZ Ravensbrück gestorben. Inwiefern die Angaben und Erzählungen stimmen, kann nicht versichert werden.

Quellen:
1 Comité international de la croix – Rouge Bezug: Serv. Fr. EFCC 91.398 NK
2 ITS Digital Archive, Arolsen Archives
3 Übersetzt durch Autorin http://www.lyceefr.org/aaegd/gouraud/livredor/tourtray_denise.htm zuletzt geprüft 16.07.2022

Josef Schneider
Josef Schneider1 ist am 26. Juni 1924 in Bitburg als Kind einer deutschen Mutter und eines marokkanischen Vaters geboren.

Über die Mutter ist lediglich der Vorname „Susanna“ bekannt. Der Name des leiblichen Vaters bleibt unbekannt, allerdings soll er ein ehemaliger kolonialisierter Soldat gewesen sein. Sein nicht – leiblicher Vater war Peter Schneider, welcher nach seiner Geburt verstarb.

Im Frühjahr 1930 wurde er eingeschult. Im Jahre 1931 wurde er mit 7 Jahren ins Euskirchener Waisenhaus überstellt.

Am 18.02.1932 fanden schulärtzliche Untersuchungen vom Dr.Baron statt. Hier fasst er zusammen, dass Josef ‚keinen intelligenten Eindruck‘ mache.

Er selbst stelle fest, dass er von anderen Schulkindern mit dem N – Wort und J*o beleidigt wurde.

Ein paar Monate später wurde er in die städtische Hilfsschule überstellt, da angeblich seine Leistungen sehr gering wären.

Ferner wurde seine Auffassungsgabe als „schwerfällig“ und „begrenzt“ von den Lehrer*innen beschrieben.

Eine seiner Lehrerinnen, Gertud Schmöle, beschrieb ihn als ’sehr temperamentvoll und lebhaft; oft zu den tollsten Spaßmachereien geneigt; aber nicht böswillig‘.

In der Hilfsschule soll er sich befriedigend gestellt haben. Im Jahre 1934 führte Josef Schneider seine Kommunion in der Euskirchener Martinskirche durch.

Durch die rassistische Agenda gegenüber den sogenannten „Rheinlandkindern“ wurde der Aufenthaltsort der Kinder durch den Bürgermeister Gottfried Disse bei der Ortspolizeibehörde im Jahre 1934 gemeldet.

Hinsichtlich der neuen Verordnungen musste sich Josef Schneider auch amtsärztlichen Untersuchungen unterziehen.

Hier untersuchte der Amtsarzt sein Verhalten und beschrieb ihn wie folgt: ‚Geistige Veranlagung schwach begabt, Bettnässer, Hilfsschüler, im übrigen gutmütig, harmlos.‘2

Sein ehemaliger Lehrer, namens Blaumeiser beschrieb ihn im Abschlussbericht des Schuljahres 1935/36: „die rassischen Merkmale seines Vaters (Marokkaner) prägen sich immer deutlicher aus. Die Lippen sind schwulstig. Die Nase ist breit und die Hautfarbe im Sommer tiefbraun,“ . Er merkt weiterhin an: „Liest gut, doch ist die Aussprache sehr schlecht (rassisch bedingt), im Rechnen zeigt er sich sehr schwerfällig.“

Außerdem schrieb er, dass Josef Schneider der Klassenclown war. Genauere Beschreibung: „auf dem Spielhofe wälzte sich unter den tollsten Verrenkungen über die Erde, Bäume und Turnreck, warf dicke Steine in die Luft und ließ sie auf seinen Kopf fallen“.

Sein Verhalten wurde nicht mit dem eines normalen Schulkindes in Verbindung gebracht, sondern wurde auf seine, so beschreibt es der Lehrer „Fremdrassigkeit“ zurückzuführen.

Als Josef Schneider seine Schule abgeschlossen hat, bestätigt Blaumeister seine ausreichende „Selbständigkeit“ für das Leben.

Nach seinem Schulabschluss zog er wieder zu seiner Mutter, welche in Idesheim wohnhaft war. Verstorben ist er am 03.03.1942, anscheinend in der Provinzial-Kinderheilabteilung.

Quellen:
1Stadtarchiv: Gegen das Vergessen – Rheinlandbastarde PDF zuletzt geprüft: 17.05.2022
2Stadtarchiv Euskirchen, ON 1929

Hans Hauck
Hans Hauck ist am 14.03.1920 in Frankfurt am Main geboren. Er ist Sohn von Benmansur Belabissi, welcher ein algerischer Schwarzer kolonialisierter Soldat und im Rheinland stationiert war.1

Seine Mutter stammt aus einer katholischen Kleinstadt, in welcher es damals noch verpönt war, ein uneheliches Kind zu zeugen und das noch mit einem Schwarzen kolonialisierten Soldaten.

Im Zuge der Verordnungen zur Zwangssterilisation wurde er mit gerade einmal 17 Jahren (1937) zur Sterilisation verurteilt.

Außerdem durfte er selbst und seine Großmutter sich nicht bei anderen dazu äußern.

Als er im Jahre 1941 von der SA die Aufforderung zur vormilitärischen Ausbildung erhielt, hat er versucht, sich das Leben zu nehmen.

Er ging danach zur vormilitärischen Ausbildung, fühlte sich dort aber nicht sicher. 1945 war er dann in russischer Kriegsgefangenschaft und wurde erst 1949 entlassen.2

Im Jahre 2003 stirbt er im Alter von 83 Jahren.

Anmerkung: Weitere Recherchen/Text in Bearbeitung. Mehr Recherche in Archiven. Foto von Hans Hauck3

Quellen:
1 KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Frau Dr. Susann Lewerenz (2019) Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus In: Neuengammer Studienhefte 5. Hamburg.
2https://www.vergessene-biografien.de/arabische-menschen/hans-hauck/ zuletzt geprüft 15.04.2022
3https://aaregistry.org/story/hans-hauck-black-german-soldier-born/ zuletzt geprüft 17.04.2022